Jūrmala

Jūrmala

„Nordische Riviera“

Jūrmala wird oft die „Nordische Riviera“ genannt. Als erster Grund gilt die Ähnlichkeit mit der Entwicklung der französischen Riviera. Die Stadt an der Ostsee entstand durch den Zusammenschluss von Fischerdörfern und Badeorten. Der wichtigste Durchbruch für die Entwicklung der Region als eines Kurorts war jedoch der Bau der Eisenbahnlinie in der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Die baltische Perle wird auch „Wellness unter freiem Himmel“ genannt, da die ionisierte Luft von Jūrmala die Stärkung des Immunsystems fördert, die Atemwege befreit und die Herzfunktion verbessert. Darüber hinaus ist der Boden von Jūrmala an heilendem Schlamm und Mineralien reich, die die Ausscheidung von Toxinen fördern. Es ist diesbezüglich kein Wunder, dass Wellness- und Heilbehandlungen in der Stadt reichlich angeboten werden.

Die Luft von Jūrmala ist eigentlich nicht nur an nützlichen Spurelementen reich, sondern auch mit Kultur gefüllt. Seit Ende des 19. Jahrhunderts bieten die Plätze und grünen Theater in Jūrmala sowie die in der Welt bekannte Konzerthalle Dzintari den Touristen und Einwohnern der Stadt einzigartige Festspiele, Theateraufführungen und Veranstaltungen an.

Offizielle Website: http://www.visitjurmala.lv/de/

 

Konzerthalle Dzintari

Dieser Ort war schon seit Anfang an der Musik ausgesetzt. Die ersten Konzerte fanden hier bereits 1891 statt. Seit 1897, als in Edinburgh (früherer Name von Dzintari, bis 1922) anlässlich der Hochzeit der Tochter des Zaren Alexander II., der Großfürstin Marija, mit dem Herzog Alfred von Edinburgh eine Theaterbühne gebaut wurde, fanden hier regelmäßig Varietéaufführungen in Begleitung von einem kleinen Orchester statt.

Ein Wendepunkt im Schicksal der Konzertbühne war das Jahr 1910, als für eine ständige Konzerttätigkeit ein Orchester mit 70 Musikern aus Berlin eingeladen wurde. Bis 1914 traten hier Sänger aus russischen Opernhäusern, das Orchester des Mariinski-Theaters aus St. Petersburg, Warschauer Philharmonie-Orchester und das speziell gebildete Symphonieorchester Edinburgh auf.

Aber dann war der Krieg ausgebrochen. Das erstarrte gesellschaftliche Leben wurde erst 1920 wiederhergestellt. Bis 1931 wurden Konzerte durch den  Konzertmeister Alberts Bērziņš zusammen mit der Nationaloper veranstaltet, wobei Dirigenten aus Deutschland, Russland und Polen zu Gastspielen eingeladen wurden. So traten in Dzintari die berühmten Richard Hagel, Grzegorz Fitelberg und Nikolai Malko auf.

Große Änderungen in der Geschichte der Konzertbühne fanden 1935 statt, als für die Konzertprogramme und Funkübertragung zuständiger Arvīds Papuss aufgrund der ungünstigen Wetterbedingungen und des häufigen Regens den Bau eines geschlossenen Konzertsaals erzielte, der 1936 eröffnet wurde. Der Architekt des Projektes war Viktors Mellenbergs. Beim Eröffnungskonzert debütierte der Dirigent und Komponist Leonīds Vīgners zusammen mit dem Symphonieorchester des Radiophons, indem seine neue Komposition „Menuett im klassischen Stil“ in Jūrmala zum ersten Mal gespielt wurde.

Das Jahr 1940 brachte wesentliche Änderungen in das Schicksal Lettlands und wirkte auf das Konzertprogramm des Konzertsaals aus. Einen großen Teil des Konzertprogramms bildeten Auftritte der sowjetischen Künstler. Auf der Bühne von Dzintari traten Swjatoslaw Richter, Mstislaw Rostropowitsch, Dawid Oistrach, Leonid Kogan und viele andere Künstler auf. Darüber hinaus gab es sehr erfolgreiche Gastkonzerte von weltberühmten Orchestern wie dem Berliner Symphonischen Orchester, Symphonieorchester der nationalen Philharmonie Warschau und Königlich Dänischen Symphonieorchester.

Seit 1990er Jahren wird das Konzertprogramm von Dzintari immer attraktiver. In der Konzerthalle finden zahlreiche Festspiele und Konzerte statt, darunter Auftritte von berühmten Künstlern der klassischen Musik. Elīna Garanča und Denis Matsuev, Wladimir Spiwakow und Juri Temirkanow sind nur einige der renommierten Musiker, die in den letzten Jahren auf der Bühne in Jūrmala aufgetreten sind.

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